Dein Elektro-Auto ist keine Öko-Revolution

Dein Elektro-Auto ist keine Öko-Revolution. Foto: Martin Gommel

Der Umwelt zuliebe soll Deutschland auf Fahrzeuge mit alternativen Motoren umsteigen – darauf drängt die Bundesregierung. Aber ist es wirklich umweltfreundlicher, mit Strom zu fahren? Gemeinsam mit Krautreporter-Lesern habe ich eine ernüchternde Antwort recherchiert.

Sebastian S. fährt einen alten Diesel-Golf. Bei der Diskussion über „Dieselgate“ und das Zulassungsverbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 wurde er hellhörig. Momentan ist ihm ein Elektroauto noch zu teuer. Wenn solche Autos aber wirklich ökologisch überlegen sind, will er sich sicher mal eines kaufen, sagt er.

Doch davon ist er derzeit noch nicht überzeugt. Deshalb hat sich Sebastian an Krautreporter gewandt. „Ich denke, dass jede Technologie neben ihren Vorzügen bestimmt auch einige Nachteile mit sich bringen könnte“, sagt er. Ob Elektrofahrzeuge über den kompletten Lebenszyklus hinweg wirklich ökologischer sind als herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotoren, darüber werde zu wenig gesprochen, findet Sebastian. Bei unserer Abstimmung haben die meisten Krautreporter-Leser und -Leserinnen für seine Frage gestimmt. Deshalb schreibe ich diesen Artikel: Weil ihr eine Antwort wollt, habe ich recherchiert.
Ganz konkret möchte Sebastian wissen: „Wenn man die Herstellung, die Lithium-Ionen-Akkus und alles rundherum mitzählt: Wie ist die Ökobilanz von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennungsmotoren? Das Verbot von letzteren in den nächsten 15 bis 20 Jahren wird immer wieder debattiert. Aber ich frage mich, ob es tatsächlich global gesehen für das Klima und die Umwelt besser ist, auf E-Autos umzusteigen?“
Die Frage ist vielschichtiger, als es im ersten Moment erscheint. Stichwort Klimawandel. Dafür habe ich mir Ökobilanzen (auch Lebenszyklus-Analysen genannt) angesehen, die berechnen, wie viel Treibhausgase die jeweiligen Autos von der Herstellung bis zur Verschrottung verursachen. Zum anderen müssen etliche Umweltbelastungen wie Stickoxide, Feinstaub, Lärm oder Zerstörung durch Bergbau berücksichtigt werden, die sich nicht vergleichen lassen. Deshalb ist eine klare Antwort, welche Antriebsart insgesamt für die Umwelt besser ist, nur teilweise möglich.

1. Das Fahren selbst

Gehen wir Schritt für Schritt vor und betrachten wir zunächst den nächstliegenden Punkt: das Fahren selbst. Während der Fahrt (tank-to-wheel) ist der Elektroantrieb klimafreundlicher als der Verbrennungsmotor – egal, ob Diesel oder Benziner. Das E-Auto stößt überhaupt keine Emissionen aus, es hat ja auch keinen Auspuff. Der Diesel pufft 11,88 kg CO2-Äquivalente je 100 gefahrene Kilometer aus und schneidet damit besser ab als der Otto-Motor mit 15,61 kg pro 100 Kilometer (Quelle).

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